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Würgeschlange an der Donau entdeckt – sie kann bis zu neun Meter lang werden

TheTools · 08.09.2026 15:02 · source · permalink
Polizei und Feuerwehr fingen eine Anakonda ein, die eine Spaziergägerin nahe der Donau entdeckt hatte.
Polizei und Feuerwehr fingen eine Anakonda ein, die eine Spaziergägerin nahe der Donau entdeckt hatte. © Montage FFW Kirchroth, Polizei Kirchroth/Straubing

Eigentlich sind Anakondas im Amazonasgebiet in Südamerika beheimatet. Doch jetzt entdeckte eine Spaziergängerin ein Exemplar nahe der Donau in Niederbayern. Feuerwehr und Polizei griffen ein.

Kirchroth – Zu einem nicht alltäglichen Einsatz wurde die Feuerwehr Kirchroth (Landkreis Straubing-Bogen) von der Autobahnpolizeistation vor Ort gerufen, wie die Polizei am, Montag (7. September), meldete. Eine Spaziergängerin hatte nahe der Gemeinde an der Donau am Wegesrand eine „längere Schlange als die heimischen“ entdeckt, wie es im Bericht der Freiwilligen Feuerwehr Kirchroth heißt. Die ungiftigen Ringelnattern oder Äskulapnattern sind den Einheimischen an der Donau durchaus vertraut. Diese Schlangen können bis zu 1,50 Meter lang werden.

Spaziergängerin entdeckt nahe der Donau eine Würgeschlange, die vom Amazonas stammt

Doch was da am Samstag (5. September) im Gras herumkroch, sprengte jeden bekannten Rahmen: Es war zwei Meter lang! Die Frau verständigte ihren Sohn und die Polizei. Das Tier lag relativ ruhig und unaufgeregt im Schatten, so die Feuerwehrler. „Die sofort hinzugeeilte Streife der nahen Autobahnpolizeistation klärte mit einer Reptilienexpertin ab, um welches Tier es sich konkret handelt“, heißt es weiter. Das Ergebnis: eine Anakonda, also eine Würgeschlange aus dem Amazonasgebiet!

Mit Biodenabzieher, Brandschutzhandschuhen und einer Waschbox fing ein Polizeibeamter die Anakonda ein.
Mit Bodenabzieher, Brandschutzhandschuhen und einer Waschbox fing ein Polizeibeamter die Anakonda ein. © FFW Kirchroth

Die Feuerwehrler reagierten erfinderisch: Eine für Waschzwecke gedachte Mehrzweckbox wurde zum Terrarium umfunktioniert, ein Bodenabzieher für Nassräume zum Schlangenhaken und dicke Lederhandschuhe aus dem Atemschutzbereich zum Reptilienhandschuh.

Die Anakonda verhielt sich völlig entspannt und ließ sich widerstandslos einfangen

„Die Schlange, nach Aussage der Expertin schon relativ bissig und mitunter auch aggressiv, zeigte sich völlig entspannt und ließ sich durch den Kollegen der Polizei sicher und geübt einfangen, obgleich auch er kein geübter Schlangenfänger war“, betont die Feuerwehr. „Danach wurde die Tiertransportbox Marke Eigenbau dann noch an die Dienststelle der Autobahnpolizei gebracht, wo eine weitere Unterbringung des Tieres geprüft wurde.“ Schließlich kam das Tier in die Auffangstation für Reptilien in München. Ein Rätsel beobt: „Wo das Tier herkam, kann nicht gesagt werden und wird aktuell von der Polizei ermittelt.“ Die Polizeiinspektion Straubing bittet nun aber den Besitzer der Schlange, sich zu melden.

In Bayern ist die private Haltung einer Anakonda grundsätzlich verboten oder extrem streng reglementiert. Rechtlich gilt die Anakonda gemäß Art. 37 des Bayerischen Landesstraf- und Verordnungsgesetzes (LStVG) als „gefährliches Tier einer wild lebenden Art“. Der Gesetzgeber stuft große Würgeschlangen pauschal als Gefahr für das Leben, die Gesundheit oder das Eigentum von Menschen ein. Wer in Bayern ohne die nötige Erlaubnis eine Anakonda hält, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Es droht ein Bußgeld.

Anakondas können bis zu neun Meter lang und 200 Kilo schwer werden

Anakondas können bis zu neun Meter lang und 200 Kilogramm schwer werden. Kleinere Exemplare fressen in erster Linie Vögel, Männchen tun dies während ihres gesamten Lebens. Weibchen erbeuten ab einer Länge von etwa 3 m und mit Erreichen der Geschlechtsreife überwiegend Reptilien und Säugetiere wie Wasserschweine, junge Weißwedelhirsche, Kaimane und kleinere Artgenossen.

Auch bei Tölz sorgte vor kurzem eine Schlange an der Isar für Unruhe. Kürzlich wanderte ein Nilkrokodil vom Genfer See ins Allgäu, allerdings unter menschlicher Aufsicht.

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